Schnellere Wiederverwendung vorhandener Legacy-Systeme
Ob Sie Ihr Projekt als Portal, EAI, BPM, Basel II, SOA, Integration, Portierung auf eine neue Plattform, Migration, Transformation, Weiterentwicklung, Downsizing, Off-Loading oder Architekturkonsolidierung bezeichnen – es dreht sich immer darum, auf den bereits getätigten Investitionen aufzubauen und das Beste aus den vorhandenen Anwendungen, Daten und Entwicklungsprozessen herauszuholen.
Es hat in den vergangenen Jahren eine Reihe unterschiedlicher Entwicklungsansätze gegeben, die versucht haben, das Beste aus den bereits getätigten Software-Investitionen herauszuholen. Mit der "Architecture-Driven Modernization" (ADM) präsentiert die Object Management Group (OMG) ein Erfolg versprechendes neues Konzept zur schnelleren Wiederverwendung vorhandener Legacy-Systeme, das immer mehr Anerkennung erfährt.
OMG Architecture-Driven Modernization
Im Jahr 2003 trafen einige interessierte OMG-Mitglieder (einschließlich Delta Software Technology) anlässlich des OMG Technical Meetings in Paris, Frankreich, zusammen, um eine neue Arbeitsgruppe zu gründen. Diese sollte die Konzepte, Methoden und Standards der Model-Driven Architecture (MDA) nutzen, um Standards für die Interoperabilität von Modernisierungswerkzeugen zu entwickeln.
MDA ist ein Top-down-Ansatz für einen modellgetriebenen Prozess zur Entwicklung neuer Systeme. Im Gegensatz dazu ist die Architecture-Driven Modernization (ADM) ein Bottom-up-Ansatz, um die Wiederverwendung vorhandener Legacy-Systeme zu beschleunigen.
ADM sieht die Bottom-up-Ableitung von Architekturmodellen aus den vorhandenen Software-Implementierungen vor, gefolgt von einer Top-down-Wiederverwendung in MDA-Prozessen. Außerdem beschreibt ADM ausführlich die einzelnen Szenarien für die Modernisierung von Legacy-Systemen und bietet damit einen direkten Bezug zur betrieblichen Praxis.
Man kann ADM als Mittel sehen, um die Lücke zwischen den unterschiedlichen Methoden und Werkzeugen, die für neue und alte Systeme verfügbar sind, zu schließen.
Seit der Eröffnungssitzung in Paris hat sich ADM etabliert und wurde schnell zu einem der aktivsten Bereiche der OMG. Inzwischen hat ADM den Status einer regulären OMG Task Force erreicht und die ersten beiden Standards befinden sich bereits im abschließenden Abstimmungsprozess.
Delta ist Mitglied der ADM Task Force (ADMTF). Rüdiger Schilling, Deltas Mitgründer und Technischer Direktor, wird Mitte September am nächsten OMG Technical Meeting in Atlanta, USA, teilnehmen, um Deltas Mitarbeit an den neuen ADM-Standards fortzusetzen.
OMG definiert Modernisierung
Die ADMTF definiert Modernisierung als Prozess des Verstehens und der Weiterentwicklung von vorhandenen Software-Assets. Dabei kann Modernisierung in drei Basisaktivitäten aufgeschlüsselt werden:
- Beurteilung – Analyse und Offenlegung der System- und Geschäftsartefakte, Architekturen, Daten und Prozessabläufe, Systemstrukturen und Verhaltensweisen.
- Stabilisierung und Standardisierung – Aufgaben, die strukturieren, rationalisieren, neu orientieren, modularisieren oder auf eine andere Art und Weise bestehende Systeme umgestalten.
- Transformation – Extraktion von Datendefinitionen, Daten und Geschäftsregeln, zusammen mit der Wiederverwendung der vorhandenen Systemartefakte beim Aufbau neuer Zielarchitekturen.
Die Arbeit der ADMTF wird vor allem von Anbietern und Endbenutzer-Organisationen vorangetrieben. Sie sind daran interessiert, die Metadaten aus den vorhandenen Software-Umgebungen zu extrahieren und diese Informationen dann über viele Modernisierungswerkzeuge gemeinsam zu nutzen. Um das effizient machen zu können, sind jedoch wohldefinierte und anerkannte offene Standards erforderlich.
Die OMG ist bemüht bei ihrer Standardisierungsarbeit stets nah an der Praxis zu sein. Daher wird auch bei der ADMTF ein pragmatischer Ansatz verfolgt, in dem sie mit ihrer Arbeit auf Szenarien aus der betrieblichen Praxis typischer Modernisierungsprojekte aufbaut.
Modernisierungsszenarien
Ziel der ADM-Standards ist die Unterstützung unterschiedlicher Anwender, Kunden, Strategien und Projekte. Um das sicherzustellen, hat die ADMTF eine Reihe von Modernisierungsszenarien definiert, in denen die Einhaltung der zukünftigen ADM-Standards die Arbeit erleichtern kann:
- Management des Anwendungsportfolios
- Verbesserung von Anwendungen
- Sprachkonvertierung
- Migration auf andere Plattformen
- Non-invasive Anwendungsintegration
- Service-orientierte Architekturtransformation
- Migration von Datenarchitekturen
- Konsolidierung von Anwendungs- und Datenarchitekturen
- Einsatz von Data Warehouses
- Auswahl und Einsatz von Anwendungspaketen
- Wiederverwendbare Software-Assets und Wiederverwendung von Komponenten
- Modellgetriebene Architekturtransformation
Die Definition derartiger Szenarien ist außerordentlich hilfreich, denn die praktische Erfahrung zeigt, wie schwierig es für jemanden ist, der keine großen Erfahrungen mit der Modernisierung hat, sich das gesamte Spektrum aller möglichen Anwendungsgebiete vorzustellen. Zum Beispiel ist es vielleicht nicht offensichtlich, dass Modernisierung den Umbau verschiedener Anwendungen fördern kann, um dann leichter auf eine service-orientierte Architektur (SOA) migrieren zu können.
Die Modernisierungsszenarien bieten eine ausgezeichnete Klassifizierung von Projektvarianten, bei denen der Einsatz von Modernisierungswerkzeugen und –techniken Gewinn bringt. Delta verfolgt diesen Ansatz bereits seit einiger Zeit mit SCORE Adaptive Bridges für die non-invasive Integration, Wir informieren Sie demnächst darüber, wie Delta die einzelnen Modernisierungsszenarien der OMG unterstützt.
OMG-Tutorial zur Architecture-Driven Modernization
Beim OMG Technical Meeting in Athen, Griechenland, im April 2005, präsentierte die ADMTF ein umfassendes (109 Folien!) Tutorial zur Architecture-Driven Modernization.
OMG-Tutorial zur Architecture-Driven Modernization ![]()
Dieses Tutorial erläutert die Konzepte der Architecture-driven Modernization und stellt anschließend die ersten beiden von der ADMTF definierten Standards vor – Knowledge Discovery Meta-model (KDM) und Abstract Syntax Tree Meta-model (ASTM). Die Unterlagen stehen im Microsoft PowerPoint-Format in englischer Sprache zur Verfügung.
OMG-Standards für ADM
Die ADMTF hat eine mehrere Jahre umfassende Planung erarbeitet, die sieben zusammenhängende Standards vorsieht, die die Interoperabilität von Modernisierungswerkzeugen gewährleisten sollen. Diese Standards decken die folgenden Bereiche ab:
- Knowledge Discovery – Offenlegung des Fachwissens
- Abstract Syntax Tree – Abstrakte Syntaxbäume
- Analysis – Analyse
- Metrics – Messverfahren und Beurteilungskriterien
- Visualization – Veranschaulichung
- Refactoring – Umbau von Anwendungssystemen und Architekturen
- Target Mapping & Transformation – Abbildung auf Zielsysteme bzw. Architekturen sowie Transformation
Begonnen hat die ADMTF mit dem Knowledge Discovery Meta-model (KDM), das eine einheitliche Sicht auf die Metadaten von Anwendungen definiert. Der Einsatz von Werkzeugen, die KDM unterstützen, erlaubt es dann, diese Informationen zu sammeln und zu integrieren, um sie anschließend für viele verschiedene Plattformen, Sprachen, Datenbanken, Schnittstellen und Umgebungen zu nutzen.
KDM basiert auf der OMG Meta-Object Facility (MOF), einem Standard zur Beschreibung und Verwendung von Meta-Modellen, der von Delta für eine Reihe von Produkten, einschließlich SCORE Adaptive Bridges, genutzt wird. Deltas auf AMELIO und SCORE Transformation Suite basierende Transformationslösungen analysieren bereits vorhandene Anwendungen um das enthaltene Fachwissen offen zu legen und in der weiteren Entwicklung dieser Produkte werden sie auf die sich entwickelnden ADM-Standards der OMG abgestimmt.
Weitere Informationen
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie auf der Basis Ihrer bereits getätigten Investitionen das Beste aus Ihren vorhandenen Anwendungen, Daten und Entwicklungsprozessen herauszuholen können und wie Delta Ihnen dabei helfen kann, dann setzen Sie sich bitte mit unseren lokalen Vertriebspartner in Verbindung.



